Weiter geht´s auf dem Saisonpfad nach Mannheim in die Kurpfalz, zum schlafenden Riesen RNL. Was dort mit der Megahalle möglich wäre, kann man sich vorstellen. Schon etwas länger her, dass man dort Erfolge feierte, 2016 und 2017 war man Meister. Einem fällt sofort Nikolaj Jacobsen und Andy Schmid ein. Unvergessen ein Duell in Flensburg, als Groetzki Lauge provozierte und der Rot sah und Nikolaj 7:6 spielen ließ, das brachte RN drei Tore in Folge und einen vorentscheidenden Sieg um die DM.
Heute ist die Lage dort etwas trüber. Dort wird versucht die Abwärtsspirale zu stoppen und an frühere Erfolge anzuknüpfen, so war der Plan, hat aber Probleme mit den Führungskräften. Der Fokus liegt also nicht auf dem sportlichen Bereich auf der Platte, den man festigen wollte, dort wurden sich auf Nebenkriegsschauplätzen handfeste Machtkämpfe geliefert. Was ist passiert: der ehemalige Nationalspieler und Linksaußen Uwe Gensheimer, der bei den RNL Legenden- Status und Denkmalschutz genießt, wurde nach seiner Laufbahn sportlicher Leiter, holte alle möglichen Leute, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und wurde deshalb degradiert. Er sollte im Management die Kaderplanung und strategische Vereinsentwicklung vorantreiben. Nur, nicht jeder gute Spieler ist automatisch auch ein guter Manager oder Trainer. Als Trainer stieß dann Maik Machulla dazu, auch er hat bereits Erfahrungen mit Rausschmisssen wegen Versäumnissen in Flensburg und Aalborg.
Gensheimer, der BWLer ist, wurde also abgelöst, unangenehm für den Überbringer der Botschaft. Sprachregelung, er übernimmt andere Aufgaben im Klub. Der GFer Bachert versuchte bei Dyn die schmerzbefreite Quadratur des Kreises und meinte, nicht jede Konstellation funktioniere so, wie man es sich vorstellt und die vergangenen Wochen waren nicht einfach. Und weiter, andere machen einen besseren Job. Eine vornehme Art auszudrücken, dass G. ganz offensichtlich eine Fehlbesetzung war.
Was wohl auch stimmt ist, dass Gensheimer bei der Suche nach einen Nachfolger für Trainer Hinze keine Erfolge vermelden konnte. Der Auftrag, eine shortlist möglicher Kandidaten vorzulegen, blieb unbeantwortet Und über die Ausrichtung für die Zukunft überwarf sich G. mit Machulla, der jetzt mit seinem Trainerteam kommissarisch die Kaderplanung von G. übernommen hat. Bachert, Gensheimer und Machulla wurden sich über den Weg für die Zukunft nicht einig, es hat nicht gepasst. MM also, der nicht die Löwen- DNA hat, und bei denen Groetzki demnächst auch kräftig mitmischt, soll es richten. Er wird auch künftig an den Monumenten G+G vorbeilaufen müssen, welche sich um den Aufbau eines Scouting-Netzwerks sowie die Internationalisierung des Clubs kümmern sollen. MM meint, das Verhältnis mit Uwe ist weiter gut. Na ja, was soll er auch sonst sagen. Eher bekommen die Mullahs einen Friedensnobelpreis als wenn die mit heißer Nadel genähte Konstruktion klappen kann.
Bei der unübersichtlichen Gefechtsfeldlage hatte RN gerade sportlich die Chance, bei einem Sieg in Erlangen den Abstand auf einen EL- Platz auf zwei Punkte zu verkürzen. Das misslang, sie verloren unnötig 27:29, wobei zur HZ mit drei Toren geführt wurde. Trotzdem ist in den letzten sieben Spielen mit einen Dreikampf zwischen Lemgo Lippe (35:19/6.), der MT Melsungen (32:22/7.) und Rhein-Neckar Löwen (31:23/8.) zu rechnen, wobei Lemgo heim überraschend dem MTM unterlag. Wer das Spiel gegen Erlangen sah konnte feststellen, dass die Abwehr über weite Teile des Spiels gut war, der Angriff aber viel zu fehleranfällig agierte. Aspenbäck, der von Holstebro kam, spielte durch und machte Fehler. Ebenso wie Thrastarson, der mehr spielte als Sandell, der den Klub verlassen wird. Am Ende fehlte die power und die Durchschlagskraft, es fielen zu wenig Tore.
Bei der SG wird man sich das auch alles angesehen haben und wissen, das RN Schwerpunkt kämpferische Abwehr hat. Das sollte FL auch machen, um vorhandene Angriffsschwächen, die RN ganz zweifelsohne hat, zu nutzen. Für beide geht es um zwei ganz wichtige Punkte. Golla, der gegen SAH Pausen hatte, muss sich dringend um Kohlbacher kümmern. Faljic wäre nicht so zielführend. Er lässt sich bei allem kämpferischen Einsatz zu oft aus dem Deckungsverbund herauslocken und hinterlässt zu große Lücken, die konnte SAH öfters geschickt nutzen. Wenn man RN bei 26- 27 Toren einhegen kann, und Späth nicht zum Helden macht, sollten zwei Punkte drin sein!
