Nach dem etwas ernüchternden Auftakt, gespickt mit teilweise fehlender Präzision und bedingter Abwehreffektivität, wird das Team intensiv weiter an Verbesserungen arbeiten und die Fehler abstellen, damit auch högschdes Tempo gespielt werden kann. Insofern ist Stuttgart momentan wohl auch ein gern genommener Gegner. Ein schwierigeres Kaliber wäre vielleicht noch zu früh, im Zusammenwachsen einer im Grunde fast neu zusammengestellten Truppe.
Der Stuttgarter Umbruch im Sommer, zehn Abgänge und sieben Zugänge, mündete unter dem neuen Trainer und Hoffnungsträger Misha Kaufmann, der von Eisenach kam, zum Start der Bundesliga in einem kleinen Dämpfer. 33:36 (14:18) hieß es am Ende gegen den HSV Hamburg, den Stuttgarts Coach vorab als „abgezockte Mannschaft“ eingestuft hatte. Erst in der Schlussphase, als der TVB auf eine offensive Abwehr umstellte, bekamen die Hamburger Probleme und der Sieben-Tore-Vorsprung schmolz dahin (32:34/58.), die Aufholjagd kam jedoch zu spät.
Vor allem der Däne Nicolaj Jörgensen war mit 11 Treffern nicht zu bremsen, während beim TVB Kai Häfner elfmal traf, davon sieben 7m. Insgesamt bekam die Abwehr lange Zeit zu wenig Zugriff auf den Gegner. Das war Kaufmann zu passiv, der vor 4203 Zuschauern viel mit vier Rückraumspielern ohne Kreisläufer agieren ließ, seine bekannte Eisenacher Taktik. Hoffnung macht auch ihm, das wird er mit Pajo gemeinsam haben, dass die Mannschaft lernt jeden Tag besser zu werden. GFer Jürgen Schweikardt meinte, man wäre stabiler als letztes Jahr, müsse das in der Liga aber erst noch beweisen. Gerne, aber bitte nicht in Flensburg!
Es treffen mit FL und Stuttgart also zwei Teams aufeinander, die mit einigen Platzpatronen gestartet sind. Bei dem Schweizer Trainer Kaufmann muss man mit taktischen Überraschungen rechnen. Er lässt gern defensiv die Halbverteidiger offensiv herausstechen. Der SG wünscht man zu Hause eine überzeugende Performance, die Arena muss wieder eine uneinnehmbare Festung werden. Pajo kann im RR mit voller Besetzung agieren lassen, permanente Rotation im RR sollte das Tempo hoch halten können. Ein Heimsieg ist Pflicht, ein Rohrkrepierer ist absolut unerwünscht. Der taktische Schwerpunkt wird wohl im Angriff liegen!
