von dizzy » 03.03.2009, 18:47
Kurz mal ein paar Stichpunkte zum damaligen Spiel und einer Spielmanipulation allgemein:
-Die rote Karte für Boldsen war damals absoluter Unfug. Da muss man sich auch nicht auf irgendwelche Quervergleiche mit anderen Karten, Turnieren, sich-ausgleichender-Fairness oder sonstwas berufen, denn auch dort kann es Fehlentscheidungen gegeben haben, die für diesen Fall aber sowieso nicht relevant sind.
Interessant ist doch in diesem Zusammenhang einzig und allein die Frage, ob die Schiedsrichter unbewusst so überhart reagiert haben, oder ob sie die sich bietende günstige Gelegenheit genutzt haben um Boldsen schnell und einigermaßen unauffällig von der Platte zu bekommen, weil sie eben ein paar Euros mehr einstecken durften.
-An viel mehr Schiedsrichteraktionen kann ich mich in dem Spiel nicht erinnern. Das Verhältnis der Zeitstrafen war ausgeglichen, das der Siebenmeter scheinbar auch.
-Interessant wären aber doch eher andere Entscheidungen: angezeigtes und gepfiffenes Zeitspiel, Offensiv-Fouls, Gegenstoss-Unterbrechungen
Damit kann man ein Spiel relativ unauffällig, aber doch ziemlich entscheidend in eine Richtung lenken. Wer bei Spielmanipulationen eher Zeitstrafen, Siebenmeter und rote Karten en masse erwartet, denkt meiner Meinung nach falsch.
-Generell wird bisher ja nur der Verdacht der Manipulation geäußert:
Es ist als offen was manipuliert wurde und ob überhaupt. Es heisst somit nicht, dass die Kieler z.B. das komplette Spiel gekauft hätten. Durchaus denkbar ist auch die Option, dass man nur Boldsen oder eine andere Flensburger Schlüsselposition frühzeitig aus dem Spiel haben wollte und auch nur dafür bezahlt hat.
-Letzendlich ist es doch so (auch aus dem Hoyzer-Skandal im Fussball bekannt), dass man als Schiedsrichter, wenn man dann gewillt ist ein Spiel zu manipulieren, lediglich das Nötigste tut. Schließlich möchte man einerseits Verdachtsmomenten einer Manipulation keine Nahrung liefern; und andererseits auch nicht als blinde Nuß und schlechter Schiedsrichter gelten.
Das Nötigste kann dann unter Umständen sogar gar nichts sein, nämlich dann wenn das Spiel eindeutig verläuft.